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Orientierung an der Sinnfrage
Liebe Leserin, lieber Leser,
arbeiten Sie gerne?
„Es kommt darauf an!“ – antworten wahrscheinlich viele. Daher die spannende Frage: Worauf kommt es denn an? Hängt es ab vom Grad der Mühe, die uns die Arbeit macht? Von der Anerkennung, die wir dafür erhalten? Vom Einkommen, das wir dadurch erzielen können? Vom Unterschied, den wir damit machen können? Viele werden nun wahrscheinlich sagen: „Ja, davon hängt es auch ab – aber nicht nur.“ Also von allem ein bisschen?
Tätig sind wir eigentlich immer, solange wir über unseren Willen verfügen. Selbst wenn wir uns entscheiden, flach auf dem Rücken zu liegen und Löcher in die Luft zu starren. Denn in dieser Lage können wir immer noch unseren Gedanken nachhängen. Die Frage, ob ich diesen Tätigkeiten gerne nachgehe, erübrigt sich. Denn ich könnte mich ja auch anders entscheiden,wenn ich es wollte. Die Entscheidung hängt weitestgehend von mir selbst ab.
Bei der Arbeit ist es hingegen anders. Denn bei einer Tätigkeit, die ich als Arbeit leiste, orientiert sich das Arbeitsergebnis immer an den Bedürfnissen anderer Menschen. Diese Menschen sind es auch, die darüber entscheiden, ob das Arbeitsergebnis gut war. Dabei kann für den Empfänger meine aufgewendete Mühe von Bedeutung sein oder auch nicht. Entscheidend ist der Nutzen, den er oder sie mit meinem Arbeitsergebnis verbindet. Damit kommt zur Arbeit, neben der Tätigkeit für andere, der Aspekt der Verbindlichkeit hinzu. Zusammenarbeit in einem Unternehmen, über Unternehmensgrenzen hinweg oder direkt für einen Kunden bewährt sich auf Dauer nur, wenn die Empfänger meiner Leistungen sich auf die versprochene Qualität verlassen können. Ehe ich mich versehe, stecke ich also in den Verpflichtungen fest, in die ich mich eben noch recht unbeschwert hineinbegeben habe. Startup-Unternehmerinnen und -Unternehmer können ein Lied davon singen, sobald sie ihr Geschäftsmodell auch tatsächlich umsetzen und loslegen.
Wann leiste ich daher meine Arbeit gerne? Entscheidend ist, ob ich mich mit meiner Arbeit verbinden kann, ob ich einen Sinn in ihr sehe und am Ende nicht bereue, meine kostbare Lebenszeit dafür aufgewendet zu haben. Die eingangs genannten Aspekte wie Mühe, Anerkennung, Vergütung und Wirksamkeit spielen natürlich immer eine Rolle. Sie können jedoch den eigenen Antrieb, der durch einen erkannten Sinn in einer für andere verrichteten Tätigkeit besteht, auf Dauer nicht ersetzen.
Diese Fragen beschäftigen uns viel bei dm. Deshalb gehen wir immer wieder der Sinnfrage nach und orientieren uns an ihr bei der Bearbeitung von Aufgabenstellungen. Dies konsequent durchzuhalten, ist eine Herausforderung. Es kommt vor allem darauf an, dass wir uns stets um die Sinnfrage bemühen und neue Ideen sich an ihr entzünden können.
Herzlichst
Ihr Christoph Werner