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Christoph Werner: „Wir sollten uns nicht wundern, wenn der kreative Geist verweht“
In seiner aktuellen, alle zwei Monate erscheinenden Kolumne in der WirtschaftsWoche befasst sich Christoph Werner, Vorsitzender der dm‑Geschäftsführung, mit der stetig wachsenden Zahl an Berichtspflichten und Detailvorgaben für Unternehmen. Trotz politischer Ankündigungen zum Bürokratieabbau würden immer neue Pflichten, wie die Entgelt‑Transparenz‑Richtlinie, die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder das Hinweisgeberschutzgesetz in Kraft treten.
Werner beschreibt sein Verständnis von der Sozialen Marktwirtschaft, in der der Staat ordnungspolitische Rahmenbedingungen setzt, funktionierende Märkte ermöglicht und externe Effekte – etwa im Umweltschutz – über Preismechanismen berücksichtigt. Zunehmend beobachte er jedoch, dass der Staat mit kleinteiligen Vorgaben in unternehmerische Prozesse eingreife und detailliert festlege, wie Produkte und Dienstleistungen zu gestalten seien.
Die wachsende Zahl an Berichtspflichten verursache nicht nur Kosten und beeinflusse Preise, sondern verändere zunehmend auch die Haltung von Unternehmen. Wo der Fokus früher auf Kundenbedürfnissen, Gestaltungsspielräumen und neuen Ideen lag, drohe heute eine Fixierung auf die bloße Erfüllung von Vorgaben. Diese Entwicklung gefährde Kreativität, Innovationskraft und letztlich die internationale Wettbewerbsfähigkeit – mit spürbaren Folgen für Wohlstand und gesellschaftliche Stimmung, schreibt Werner.